Wie viel kostet die Haltung eines Hundes?

Kosten Hundehaltung

Bevor man einen Hund „adoptiert“, sollte man nicht nur darüber nachdenken, ob man in der Lage ist, sich 10-15 Jahre um ihn zu kümmern, ihn artgerecht zu halten und ihm ein liebevolles Zuhause zu bieten, man muss sich auch darüber im klaren sein, dass die Haltung eines Hundes recht kostenintensiv sein kann. Manch ein Hundefan ist sich gar nicht darüber bewusst, welche Kosten auf ihn zukommen könnten. Die Stiftung Warentest berechnete im Jahr 1999, dass ein Hund im Verlaufe seines Lebens 5.000 – 10.000 Euro kostet. Mal sehen…

Die Anschaffungskosten für einen Rassehund mögen hoch erscheinen, stellen jedoch im Laufe der Jahre einen eher kleinen Betrag dar, wesentlich teurer ist das “Rundherum”:

Kosten Welpenanschaffung und -haltung

„Ich will nicht züchten, daher brauche ich keine Papiere.“ Das hört man recht häufig. Weswegen die Kosten für die Anschaffung eines Hundes extrem unterschiedlich ausfallen können. Eine Rassewelpe kostet natürlich wesentlich mehr als ein Mischling, so viel ist klar. Aber auch bei den Rassehunden gibt es große Unterschiede. Man sollte sich wirklich damit auseinander setzen, wo man den Hund kauft. Es geht dabei gar nicht um “Papiere”, sondern darum, dass der Hund möglichst gesund ist. Denn Tierarztkosten können wirklich extrem hoch werden. Die Preisunterschiede zwischen einem Rassehund mit Papieren und einem ohne, sind nicht durch das Papier bedingt, auf dem die Ahnentafel gedruckt ist, sondern ergibt sich eher daraus, welche Gesundheitsuntersuchungen für den Züchter verpflichtend sind. Hier ist es also wichtig, gezielt nachzufragen und sich ggf. Belege für Untersuchungen zeigen zu lassen. Der VDH schreibt einige Untersuchungen vor, weswegen viele Käufer darauf achten, dass der Hund aus einer VDH-Zucht stammt. Die Preise dafür sind dann entsprechend hoch:

  • Rhodesian Ridgeback aus VDH-Zucht: 1.500-2.000 Euro
  • Cavalier King Charles Spaniel aus VDH-Zucht: 1.000-1.500 Euro

Kosten Welpenhaltung:

Die Anschaffungskosten des Hundes sind eine Sache, aber es fallen noch einige Kostenpunkte an, die man anfangs vielleicht gar nicht so vor Augen hat. Darunter befinden sich auch kleine Beträge, die sich aber auf längere Sicht durchaus summieren können:

  • Verstellbares Geschirr: 30 Euro
  • Verstellbares Halsband: 10 Euro
  • Hundeleine: 25 Euro
  • Welpenbett: 30 Euro
  • Hundenapf (2 x): 15 Euro
  • Spielzeug: 30 Euro
  • Fellpflegehandschuh: 2 Euro
  • Clicker: 5 Euro
  • Leckerlitasche: 15 Euro
  • Zeckenzange: 5 Euro
  • Kotbeutelbox: 3 Euro
  • Kotbeutel: 15 Euro pro Monat
  • Welpenspielstunde: 60 Euro
  • Haftpflichtversicherung: 60 Euro pro Jahr
  • Impfung SHP, 12. Woche, 16. Woche: 2 x 25 Euro
  • Impfung Tollwut nach der Zahnung: 25 Euro
  • Hundefutter (BARF/Hochwertiges Fertigfutter): 60 Euro pro Monat/80 Euro pro Monat – Welpen benötigen recht viel Futter 😉

Kosten für einen gesunden Rassehund in den ersten 12 Monaten im Schnitt: 1.000 Euro + 1.700 Euro Anschaffungskosten.

Kosten Hundehaltung

Während der Hund langsam heran wächst, kommen weitere Kosten zusammen und auch hinzu. Im Alter von ca. 12 Monaten ist das Skelettwachstum eines großen Hundes abgeschlossen. Der Hund wird zwar noch etwas zunehmen, aber er wird nicht mehr großartig wachsen. Daher kann man nun stabile, hochwertige Halsbänder, Leinen & Co. kaufen, die einige Jahre halten, denn der Hund wird nicht mehr aus ihnen herauswachsen.
Kosten Haltung erwachsener Hund:

  • Geschirr (Maßanfertigung): 40 Euro
  • Halsband (Leder): 70 Euro
  • Hundemantel: 70 Euro (RR sind oft “allergisch” gegen Regen)
  • Leine (Leder): 70 Euro
  • Hundebett (groß): 90 Euro
  • Neues Spielzeug: 50 Euro
  • Hundesteuer: 30-120 Euro pro Jahr (je nach Gemeinde, RR gelten i.d. R. nicht als gefährliche Hunde)
  • Haftpflichtversicherung: 60 Euro pro Jahr
  • Hundefutter (BARF/Hochwertiges Fertigfutter): 50 Euro pro Monat/75 Euro pro Monat
  • Tollwutimpfung alle 3 Jahre: 25 Euro

Optional

  • Leuchthalsband: 35 Euro
  • Fahrradhalterung: 35 Euro
  • Reizangel: 30 Euro (Sport)
  • Doppelpfeife: 10 Euro (Sport)
  • Schleppleine/Feldleine: 15 Euro
  • Junghundkurs: 200 Euro
  • Booties: 70 Euro (Sport)
  • Schwimmweste: 90 Euro (Sport)
  • Spot-Ons (gegen Ungeziefer): 10 Euro pro Monat
  • Hundegitter (Auto): 115 Euro
  • Hundebox (Auto): 270 Euro
  • Schutzdecke/-wanne (Auto): 140 Euro
  • Sicherheitsgurt (Auto): 50 Euro
  • Hundeschutzhöschen (für Hündinnen): 10 Euro
  • Wechseleinlagen: 2 Euro

Außerdem gegebenenfalls

  • Aufenthalt Hundepension: ab 25 Euro pro Nacht
  • Mitnahme eines Hundes in ein Hotel: ca. 15 Euro pro Nacht
  • Bahnfahrticket für den Hund: entspricht Kinderfahrpreis (Bahncard nicht möglich)
  • Meldegebühr für Ausstellungen: ca. 40 Euro
  • …..

Hier sind der Fantasie eigentlich keine Grenzen gesetzt. Die Liste ist geradezu endlos verlängerbar. Man kann für Hunde alles Mögliche kaufen. Meistens bleibt es nicht bei einem Halsband oder einer Leine. Nein, es werden auch noch Hundebücher gekauft, weiteres Spielzeug, weitere Trainingshilfen oder wie wäre es mit einem extra tollen Halsband für den Hund? Die Ausgaben für einen Hund können ausufern…. Aber selbst wenn man sich auf das Nötigste beschränkt, sind die Kosten recht beachtlich.

Kosten für einen gesunden Rigeback im 2. Lebensjahr im Schnitt: 1.900 Euro – wenn man nicht alle aufgeführten Gegenstände kauft 😉

Tierarztkosten

Da dieser Punkt je nach Gesundheitszustand des Tieres bei quasi 0 oder auch bei mehreren tausend Euro liegen kann, führe ich ihn gesondert auf. Es kann immer wieder vorkommen, dass er Hund sich verletzt oder gar eine chronische Erkrankung entwickelt. Aus der Gebührenordnung für Tierärzte gehen die entsprechenden Regelsätze hervor.

Hier mal einige Beispiele aus der Praxis:
Eine allgemeine Untersuchung schlägt bereits mit ca. 20 Euro zu Buche, eine kleine OP (z. B. Knochenbiopsie) kostet ca. 300 Euro, ein MRT kostet ca. 250 Euro. Auch Medikamente sind natürlich teuer: 100 Kapseln Vetmedin (Behandlung von Herzinsuffizienz) kosten 70 Euro und sind nach 50 Tagen i.d.R. aufgebraucht, eine Flasche Metacam (Schmerzmittel) kostet 17 Euro. Und Laboruntersuchungen sind auch kein Schnäppchen: Untersuchung einer Gewebeprobe 40 Euro, Laborkosten Allergietest: 200-250 Euro.

Auch der Tod ist nicht umsonst: Euthanasie (Einschläferung) eines großen Hundes mit Hausbesuch: 105 Euro, Einäscherung eines großen Hundes inkl. Urne: 400 Euro.

Man kann keine generelle Aussage treffen. Ich kann nur für meinen Neo sprechen. Er litt jahrelang unter Allergien, die Fellprobleme und Durchfall verursachten, hatte einmal einen Unfall mit einer großen Hautverletzung – welche unter Narkose genäht werden musste, hatte einmal eine Babesiose-Erkrankung und litt am Ende seines Lebens an Knochenkrebs und hatte einen Mastzellentumor, der entfernt wurde. Letztendlich musste er eingeschläfert werden. Ich würde sagen, das ist ein gar nicht so ungewöhnlicher Verlauf eines Hundelebens: Ich habe für Neo in den 9 Jahren seines Lebens schätzungsweise 4.000 Euro für Tierarztbesuche hingeblättert. Man sollte für Tierarztkosten schon einen größeren Betrag einplanen, oder aber wenigstens eine OP-Versicherung abschließen. Eine generelle Krankenversicherung für Hunde lohnt sich i.d.R. nicht. Dann lieber monatlich etwas Geld beiseite legen.

Zubehör für Frauchen/Herrchen

Das ist auch noch ein Punkt, den man schnell mal vergisst: Die meisten frisch gebackenen Hundebesitzer werden feststellen, dass ihr Kleiderschrank so gar nicht für die artgerechte Haltung eines Hundes ausgestattet ist. Klar, wer schon immer gern bei Wind und Wetter unterwegs war, hat jede Menge geeignete Kleidung im Schrank. Stubenhocker jedoch begeben sich bei Regen oder extremer Kälte eher nicht vor die Tür. Das ändert sich, sobald ein Hund einzieht…

Was man braucht

  • Wasserabweisende 2in1 Doppeljacke: 150 Euro
  • Regenhose: 60 Euro
  • Thermohose: 100 Euro
  • Wanderschuhe: 60 Euro
  • Winterstiefel: 100 Euro
  • Wasserabweisende Handschuhe: 20 Euro
  • Mütze & Schal: hat jeder zuhause 😉

Ich sehe immer wieder zitternde Hundehalter beim Spaziergang, die einfach keine geeignete Kleidung tragen. Man sollte für die Outdoor-Sachen lieber ein bisschen tiefer in die Tasche greifen und gute Sachen kaufen. Die halten über Jahre und wenn es draußen bitter kalt oder klatschnass ist, dann ist man sehr dankbar für geeignete Kleidung und der Hund ist es auch. Denn unsere vierbeinigen Freunde wollen auch dann spazieren gehen, wenn wir lieber auf der Couch sitzen würden und zwar nicht nur 5 Minuten um den Block.

Für Spaziergänge bei „normalen“ Bedingungen kann man einfach irgendwelche alten Hosen, Pullover und Jacken aussortieren. Man muss dabei im Auge behalten, dass man von fremden Hunden angesprungen (oder gar angepinkelt) werden könnte. Feine Abendgarderobe á la Paris Hilton hat beim Hundespaziergang nichts zu suchen 😉

Kosten für Frauchens/Herrchens Outdoorkleidung: 500 Euro

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man über die Jahre immer mal wieder ein neues Halsband, eine Kuscheldecke oder eine endlose Anzahl an getrockneten Rinderohren oder Ochsenziemern kauft. Es fällt auch schwer, an schönen Leinen und Halsbändern vorbei zu gehen, auch wenn die alten Sachen noch längst nicht kaputt sind. Diese Dinge kosten natürlich Geld und zwar viel Geld. Ich habe sie mal nicht einkalkuliert und dennoch:

Kosten für einen kerngesunden Hund in 12 Lebensjahren: 16.800 Euro, das entspricht ca. 120 Euro im Monat.

Diese Kosten enthalten die jeweilige Grundausstattung bei einmaligem Ersatz der Halsbänder, Leinen und Spielzeuge sowie Kosten der Fütterung und Haltung und die Tierarztkosten für die Tollwutimpfungen alle 3 Jahre sowie eine eventuelle Einschläferung + Beerdigung.

Kommentare zu “Wie viel kostet die Haltung eines Hundes?

  1. Helma sagt:

    Also, was hier ja völlig fehlt, sind die Kosten für den zweiten RR (damit der erste nicht so alleine ist..) und für das Wohnmobil, um in den Urlaub zu fahren (denn mit zwei großen Hunden findet man nur schwer ein Hotel)….

    😉

  2. Ulrike sagt:

    Ein schöner Beitrag, der fortgeschrieben werden sollte! Kosten für einen geräumigen Kombi, für eine vernünftige Hundebox, für einen brauchbaren Staubsauger, für die Haushaltshilfe, für den Hunde-Sitter, wenn es mal ohne Hund gehen muss, für die Rückführung von "kreativen Umgestaltungen" in Haus und Garten in den ursprünglichen Zustand usw….

  3. Anonym sagt:

    Ach, wenn das doch bloß die lesen würden, die es angeht…..
    prima Beitrag und eine prima Seite. Bin durch Zufall drauf gestossen und lese nun schon die zweite Stunde 🙂
    Danke!!!!!

  4. Anonym sagt:

    Woran man auch denken sollte: Tiefkühlschrank oder -truhe, ca. € 800,–, und die laufenden Stromkosten dazu, unerläßlich wenn man Hunde einzig artgerecht ernähren möchte. Ich selbst bin alleinstehend und habe so etwas nicht, bin aber auf der Suche nach zwei größeren, ggf älteren Windhunden in Not; erstens gibt es da auch ganz tolle Tiere – ich hatte schon zwei – und ich erspare mir die Umweltzerstörungen durch Welpen (grins). Zudem bin ich nicht mehr ganz gesund, Welpen mit normaler Lebenserwartung würden mich sehr wahrscheinlich deutlich überleben… Übrigens rechne ich mit monatlichen Kosten für die Hunde mit Tierarztrücklagen von € 250,– – und ein Hund alleine geht ja gar nicht…

    Freundliche Grüße

  5. Anonym sagt:

    P.S. Die hypothetischen Kosten für zwei Welpen, € 3.000,–, das entspricht übrigens gerade mal einem Jahresunterhalt, werden gleich mal für Sonderfälle, besonders Tierarztkosten, zurück gelegt, damit ist man finanziell schon etwas auf der sicheren Seite. Damit, Tiefkühltruhe, Kosten für Hunde (auch Hunde in Not sind nicht kostenlos und sollten es auch niemals sein) Fahrtkosten, sofort fällige Anfangskosten wie Steuer, Versicherung, Grundausstattung für die Hunde, sollte man schon mal € 5.000,– auf der hohen Kante haben. Das ist kein Horrorszenario, sondern für einen verantwortungsbewußten Hundehalter einfach real.

  6. Heike sagt:

    hunde sind teuer, keine frage aber was ich hier alles aufgeführt vorfinde…habe ich teilweise garnicht und ich lebe mein leben lang schon mit hunde 😉

    schöne weihnachten wünsche ich dir und deinem hund…tolle seite, trotzdem! 🙂

  7. Nadine Wolf sagt:

    Man braucht ja auch wirklich nicht viele Sachen. Ich hab eher wenig Hundezeug – das meiste sind bei mir Bücher. 😉 Aber selbst, wenn man nur das Nötigste hat (Geschirr, Leine, Bett, Näpfe, ggf. Spielzeug und Gurt oder Gitter für´s Auto) kommen ja schon ein paar Gegenstände zusammen. Die machen aber nicht den Löwenanteil der Kosten aus. Ob man da dann noch ein Leuchthalsband oder eine Krallenschere zusätzlich kauft, ist fast schon egal. Ich denke, das teuerste an der Hundehaltung sind die Futterkosten und vor allem die TA-Kosten. Und die können wirklich immens sein. Hoffen wir daher auf stets gesunde Hunde!

    Ich wünsche Dir auch frohe Weihnachten!

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